Auf ein Wort

Ganz oben in der gemalten Kuppel, voll strahlend im himmlischen Licht hat C.D. Asam in der Weltenburger Klosterkirche mit meisterlicher Hand eine Taube gemalt. Jedes Kind weiß schon, dass damit nicht ein Vogel gemeint ist – so wie wir auch alle bemüht sind, den Hl. Geist nicht mit dem eigenen Vogel zu verwechseln.
Spaß beiseite – warum versuchen wir gerade den Geist Gottes in tierischer Gestalt anschaulich zu machen, wo wir doch den Vater und den Sohn bedenkenlos in menschlicher Gestalt zeigen?
Zunächst ist die Taube kein Raubvogel, der sich vom Himmel stürzt, um Beute zu machen. Von jeher waren Tauben Zeichen für Zärtlichkeit und Zuneigung. Sollte das Bild der Taube andeuten, dass Gott auch mit uns ’turteln’ will? Bei den Propheten lesen wir, dass Gott alles tut, um die Liebe seiner treulosen Braut, d.h. seines Volkes wiederzugewinnen. (vgl. Hosea 2,16)
Zudem ist es für die Taube ein Leichtes, aufzusteigen in die Höhe und wieder sanft herabzukommen auf die Erde. Sie verbindet gewissermaßen Himmel und Erde.

Aber damit soll der Geist Gottes keinesfalls verharmlost werden: Sturmesbraus, Feuerglut, Wasserflut, doch auch Salböl für die wunde Seele und kostbarster Schatz. Ob wir den Geist Gottes, dessen Tempel wir seit unserer Taufe sind, auch schätzen und ersehnen: Komm, Heiliger Geist!

Ein frohes Pfingstfest in der Freude und Gemeinschaft des Hl. Geistes!

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